Der perfekte Anzug des Zeit Magazins

In der aktuellen Ausgabe des Zeit Magazins wird (mal wieder) die Frage nach dem perfekten Anzug aufgeworfen. Auf ein paar eher kulturkritische Reflexionen folgen im Artikel von Dirk Peitz („Die Silhouette des Rebellen“) einige in Ratgeber-Manier daherkommende Bemerkungen, die unsern Einspruch fordern.

thumb_IMG_8454_1024 im blog format von 22 zu 11Denn auch der Anzug-Befürworter Peitz speist seine Ideen (wie viele andere vor ihm) aus einem angeblich althergebrachten Ideen-Kanon von „so soll die Hose aussehen“, „so muss die Qualität sein“, gewürzt mit einer Prise genretypischem Dünkel („Diese Sorte 400-Euro-Anzug wird gern von jungen Männern getragen, die kurz vor der Beförderung zum Teamleiter stehen“). Lassen Sie sich dazu das Eine oder Andere aus unserer Perspektive sagen.

1.) Gute moderne Mischgewebe „knistern“ nicht und sind auch keine „Schwitzbuden“. Das war mal so. Bis etwa Mitte der 90er. Heute ist das Schnee von gestern.

2.) In der Vielfalt der heute gängigen Anzug-Schnitte („superslim“, „slim“, „modern“, „regular“, „comfort“ – das wird unter diesen oder ähnlichen Titeln von guten Herstellern heute so durchdekliniert) findet sich für jede Figur und jeden Anlass etwas Kleidsames, welches sich obendrein für den Träger authentisch anfühlt. Zweierlei ist das dabei wichtig: das Wissen um die Details der verschiedenen Schnitte und die Möglichkeit, die Größen von Sakko, Weste und Hose beliebig zu kombinieren. Diese beiden Faktoren genügen vollkommen, um so ziemlich jede Figur in schmeichelhafter Weise einzufangen.

3.) Einige der großen Hersteller mit den allseits bekannten Namen bieten nur komplette Anzüge in ein- und derselben Größe an. Sie profitieren in erster Linie von den langjährigen Überzeugungen ihrer Kundschaft („Anzüge der Marke Blabla passen mir immer“) und sind einfach zu arrogant, um die oft Wunder wirkenden Kombinationsmöglichkeit bei den Größen einzuräumen. Doch am Ende ist es natürlich nicht einfach die Marke, die glücklich macht: nicht der Blabla-Anzug läßt den Mann in ihm toll aussehen, sondern der richtige Anzug für den richtigen Typen.

4.) Tragen Sie Ihre Hose wie Sie wollen. Kleine Änderungen sind auch bei Konfektionshosen immer möglich, oft nötig und wichtig.

5.) Lassen Sie sich nichts einreden. Von niemandem. (Natürlich auch von uns nicht.) Nehmen Sie sich Zeit, probieren Sie das Eine oder Andere aus, fühlen sie sich ein. Fragen Sie, wenn Sie sich unsicher sind. Aber fragen Sie sich auch, welchen Sinn die Antwort macht, die sie erhalten. Ein guter Berater kann ihnen zeigen, was auch Sie alles sehen können: worin genau sich der eine vom anderen Anzug unterscheidet und was das mit Ihrer Erscheinung macht. Es gibt da eine ganze Reihe klarer, objektiver Unterschiede, die man sehen kann oder eben nicht. Der Rest ist Geschmackssache. Und vor allem: Ihre Sache. Kaufen Sie was sich gut anfühlt. Egal welche Marke auf dem Etikett steht. Und egal was es kostet. Viele unserer Kunden sind am Ende überrascht, dass der perfekte Anzug gar nicht so teuer sein muss wie sie immer dachten.

 

 

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